Die 9 Grundbedürfnisse (nach Max-Neef):
Diese sind universell und immer präsent:
- Existenzsicherung (Subsistence): Gesundheit, Nahrung, Kleidung.
- Schutz (Protection): Sicherheit, Anpassungsfähigkeit.
- Zuneigung (Affection): Liebe, Empathie, Teilen.
- Verständnis (Understanding): Bildung, Intuition, kritisches Denken.
- Teilhabe (Participation): Mitgestaltung, Beteiligung.
- Freizeit (Leisure/Idleness): Erholung, Spiel, Entspannung.
- Schöpfung (Creation): Kreativität, Produktivität.
- Identität (Identity): Selbstwertgefühl, Einzigartigkeit.
- Freiheit (Freedom): Autonomie, Wahlmöglichkeiten.
Die Strategien der Satisfiers:
Max-Neef unterscheidet, wie diese Bedürfnisse befriedigt werden können:
- Synergistische Satisfiers: Befriedigen ein Bedürfnis und fördern gleichzeitig die Befriedigung anderer Bedürfnisse (z.B. Gemeinschaftsgärten befriedigen Existenzsicherung, Teilhabe, Schöpfung).
- Singuläre Satisfiers: Befriedigen nur ein einziges Bedürfnis und sind neutral in Bezug auf andere (z.B. ein einzelnes Medikament gegen Kopfschmerzen).
- Hemmende (Inhibiting) Satisfiers: Befriedigen ein Bedürfnis so stark, dass es andere Bedürfnisse blockiert (z.B. übermäßige, autoritäre Fürsorge, die Freiheit und Identität einschränkt).
- Pseudo-Satisfiers: Geben vor, ein Bedürfnis zu befriedigen, tun es aber nicht wirklich (z.B. Konsumartikel, die nur kurzfristige Befriedigung versprechen).
- Verletzende (Violating) Satisfiers: Behaupten, ein Bedürfnis zu befriedigen, machen dessen Befriedigung aber tatsächlich schwieriger (z.B. ein Getränk, das Durst verspricht, aber durch Inhaltsstoffe Dehydrierung verstärkt).
Zusammenfassend: Max-Neefs Ansatz zielt darauf ab, Strategien zu finden (Satisfiers), die nicht nur einzelne Bedürfnisse stillen, sondern das gesamte System menschlicher Bedürfnisse positiv beeinflussen und zu einem ganzheitlichen Wohlbefinden führen – weg von konsumorientierten oder hemmenden Befriedigungen hin zu synergetischen Lösungen.